Rolls-Royce Ghost

Rolls-Royce, eindeutig als fahrerloses Auto positioniert, bietet den Ghost seit 2010 an. Jetzt bringen die Briten einen Nachfolger auf den Markt – und haben bis auf Kühlerfigur und Regenschirm nichts von seinem Vorgänger übernommen. Aber es gibt viel moderne Technik und nicht viel Lärm.

Die Designer haben den neuen Ghost schlicht gehalten und zum Beispiel Nähte am Körper so weit wie möglich vermieden. Deshalb sieht die kleinste Rolle aus, als wäre sie vom Block abgefeilt worden. Und er sieht moderner aus – denn er ist in der Länge um 8,9 Zentimeter auf 5,55 Meter und in der Breite um drei Zentimeter auf 1,98 Meter gewachsen. Die nächtliche Präsenz wird durch 20 LEDs verstärkt, die den Kühlergrill indirekt beleuchten. Der hintere Teil der Kühlergrillholme ist laut Hersteller so behandelt, dass das LED-Licht nicht zu auffällig ist und entsprechend unauffällig reflektiert wird.

Innen mit Sternen-Beleuchtung

Auch die Innenraumdesigner des Ghost setzen als Zeichen für Luxus auf neuen Minimalismus. Die verwendeten Oberflächen-Materialien Holz, Leder und Metall tragen keine zusätzlichen Verzierungen. Und die Zahlen der Innenausstattung sind auch beim neuen Ghost beeindruckend: So kommen für die Belederung der 338 Paneele 20 sogenannte Halbhäute zum Einsatz. Auf komplexe überbordende Nähte verzichten die Ausstatter. Dafür gibt es auch innen mehr Licht: Auf der Beifahrerseite leuchtet ein von 850 Sternen umgebener Ghost-Schriftzug. Bei der Innenluftreinigung verspricht Rolls-Royce ein neues Micro-Reinigungssystem, das Luftverschmutzungen automatisch erkennt und daraufhin selbstständig in den Umluft-Modus schaltet. Nanofleece-Filter sollen die Luft innerhalb von zwei Minuten auch von ultrafeinen Partikeln reinigen.

 

Elektrische Türen

Der große Phantom und das SUV Cullinan haben es schon, jetzt bekommt es auch der Ghost: auf Knopfdruck verschließbare Türen. Aber für den Ghost gehen die Ingenieure noch einen Schritt weiter und ermöglichen jetzt auch eine elektrische Türöffnung. Dafür muss der Insasse zweimal am Türinnengriff ziehen, und ihn loslassen, wenn der gewünschte Öffnungswinkel erreicht ist. Das System soll unabhängig von Berg- und Auffahrwinkeln funktioniere.

Ruhe – aber keine Stille

Ein ruhiger Innenraum gehört zu den Rolls-Royce-Genen. Und so schirmen die Akustik-Ingenieure auch beim neuen Ghost die Insassen mit einem gehörigen Aufwand von störenden Geräuschen ab. Der Schott- und der Bodenabschnitt sind doppelwandig ausgelegt und mit Dämmmaterialien gefüllt – insgesamt enthält der Ghost 100 Kilogramm an geräuschdämmenden Materialien. Dämmendes Material sitzt selbst zwischen den Doppelglas-Fenstern und in den Reifen. Außerdem haben die Ingenieure jedes Schallwellen emittierende Bauteil überprüft und optimiert – so lange, bis der Innenraum vollkommen geräuschlos war. Diese vollkommene Stille empfanden Test-Insassen als verstörend, weshalb das Serienmodell einen sanft flüsternden Innenraum-Unterton bekommt.

Ghost-Subwoofer

Die Audioanlage des Ghost ist auf den Innenraum abgestimmt und nutzt Resonanzkammern im Schwellerbereich als Subwoofer. Ein Verstärker steuert jeden der 18 Lautsprecher über einen eigenen Kanal, die Gesamtleistung beträgt 1.300 Watt. Zwei Innenraum-Mikrophone überwachen ständig die Soundqualität, bei Überbetonung bestimmter Frequenzen wirkt die Audioanlage adaptiv dagegen.

Jetzt mit Aluminium-Spaceframe

Einen Aluminium-Spaceframe haben Phantom und Cullinan bereits, jetzt bekommt auch der Ghost einen. Dieser Leichtmetallrahmen ist extrem steif (40.000 Newtonmeter pro Grad) und ist für eine ruhige Akustik von Vorteil. Auch die Karosserie besteht vollständig aus Aluminium.

Neues Federungs-System

Angebunden ist der Aluminium-Spaceframe an ein neues Federungssystem, dass Rolls-Royce nach einer flachen Ebene „Planar-Federungssystem“ nennt. Neu ist unter anderem, dass die stufenlos luftgefederte Querlenker-Dämpfereinheit über der vorderen Aufhängung sitzt – laut Rolls-Royce gab es dies bisher so nicht im Automobilbau. Auch die gelenkte Fünflenker-Hinterachse hat eine Luftfeder. Ein Stereo-Kamerasystem überwacht bis zu Geschwindigkeiten in Höhe von 100 km/h die Fahrbahn vor dem Ghost und stellt die Federung entsprechend der erkannten Anforderungen ein. Bekannt ist dieses System von der Mercedes S-Klasse, wo es seit 2013 als Magic Body Control zum Einsatz kommt.

Technische Top-Ausstattung

In Sachen moderner Technik bekommt der neue Ghost alles, was State oft he Art ist: LED-Laserlicht Frontscheinwerfer mit einer Reichweite von mehr als 600 Metern, ein Infrarot-Nachsichtsystem, das auch am Tag vor Fußgängern und Wild warnt, ein Surroundview-Kamerasystem, eine Kollisions- und Querverkehrs-Warnung und einen Totwinkel- sowie Spurverlassenswarner.

V12 mit zwei Turboladern

Als Motor kommt im Ghost wieder ein von zwei Turboladern unter Druck gesetzter V12 mit 6,75 Litern Hubraum zum Einsatz. Die Ingenieure haben das Motor-Mapping überarbeitet – heraus kommen eine Leistung in Höhe von 571 PS und ein maximales Drehmoment in Höhe von 850 Newtonmetern. Das Momenten-Maximum liegt bereits ab 1.600/min an – 600/min über der Leerlaufdrehzahl. In 4,8 Sekunden spurtet der Ghost auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 250 km/h abgeregelt.

Der neue Ghost ist ab sofort bestellbar, die Preise gibt Rolls-Royce erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt.